nachfolgend einige aktuelle Eindrücke und Empfehlungen aus meiner Region.

Lieber Kartoffelanbauerinnen und Kartoffelanbauer,

nachfolgend einige aktuelle Eindrücke und Empfehlungen aus meiner Region.

In der ersten Juniwoche konnte ich bei Felderbegehungen in der Region Unterfranken bereits erste Kartoffelkäfer und deren Larven in den Beständen finden. Diese werden bei der aktuellen Witterung in den nächsten Tagen schlüpfen. Bitte kontrollieren Sie Ihre Bestände entsprechend und führen zu gegebener Zeit in den frühen Larvenstadien eine Bekämpfungsmaßnahme mit einem zugelassenen Insektizid durch.

Auch den Zuflug erster Blattläuse habe ich gesehen. Blattläuse treten aktuell in vielen anderen Kulturen wie z.B. Zuckerrüben, Erbsen und Ackerbohnen, Sonnenblumen etc. bereits massiv auf. Auch in den Hausgärten findet man sie verstärkt.

Achten Sie daher vor allem in den Pflanzgutbeständen auf den Zuflug und handeln Sie rechtzeitig, um die Übertragung der verschiedenen Virosen zu verhindern bzw. zu verringern. Gerade beim nicht-persistenten Y-Virus, der bereits bei den ersten Probestichen übertragen werden kann, ist die Verwendung eines repellent-wirkenden Inseltizides von entscheidender Bedeutung.

Nutzen sie daher die starke Repellent-Wirkung von Sumicidin® Alpha EC. Die Aufwandmenge beträgt 0,3 l/ha. Sumicidin® Alpha EC kann zweimal zur Vektorenbekämpfung eingesetzt werden. Hierbei geht es neben der direkten Bekämpfung vor allem auch um die Reduzierung der Besiedlung der Bestände. Sind diese später mit Läusen befallen, sollten diese dann mit dem systemischen Teppeki® mit 160 g/ha bekämpft werden. Bei der Vektorenbekämpfung kann Teppeki® zweimal zum Einsatz kommen.

Krautfäule:

In allen (Früh-) Kartoffelregionen war in diesem Jahr bereits sehr zeitig Befall mit Phytophthora zu finden. Entsprechend hoch ist damit auch ein frühes Befallsrisiko für Krautfäule in den späteren Beständen bei entsprechender Witterung. Achten Sie daher in diesem Jahr besonders auf einen rechtzeitigen Spritzstart (spätestens vor Reihenschluss, bei Bedarf auch früher, Prognosemodelle und Warndienst beachten!) und auf eine konsequente und lückenlose Spritzstrategie.

Für Kurativsituationen bei verspäteten Anschlussfahrten oder bei starkem Druck steht Ihnen Cymbal® flow (0,5 l/ha) mit dem Wirkstoff Cymoxanil (225 g/l) zur Verfügung. Der Wirkstoff Cymoxanil bietet derzeit die stärkste Kurativleistung. Zur Resistenzabsicherung Cymbal ® flow unbedingt mit Ranman® TOP oder Shirlan® als leistungsfähigen Kontaktpartner in Mischung einsetzen. Diese Kombination ist auch sehr gut für eine Stopp-Spritzung geeignet.

Für individuelle Empfehlungen stehe ich gerne zur Verfügung.

Helmut Schöler

Helmut Schöler
Telefon 0171 – 743 35 81
helmut.schoeler@belchim.com