Milbeknock gegen Spinnmilben in Kartoffeln:

Liebe Kartoffellandwirte,

heiße und trockene Jahre bieten ideale Bedingungen zur rasanten Vermehrung von Spinnmilben („Rote Spinne“) in Kartoffeln. Meist beginnt der Befall am Rand und breitet sich zunehmend in der Fläche aus (Bild 1). Bei einem Milbenbefall stirbt das Laub der Kartoffeln durch die Einstiche der etwa 0,5 Millimeter großen Tiere (Bild 2) frühzeitig ab und es kann zum Totalausfall kommen

Bisher waren keine ausreichend wirksamen Akarizide im Kartoffelbau gegen Spinnmilben zugelassen.

Für Milbeknock (Wirkstoff: Milbemectin) wurde eine Notfallzulassung für die Zeit vom 06.05.2020 bis zum 02.09.2020 erteilt.

Die Anwendung von Milbeknock erfolgt mit 1,0 l/ha.

Milbeknock wirkt auch bei hohen Temperaturen.

Wichtig ist eine Spritzung bei beginnendem Befall ab 3 lebenden Milben (bewegliche Stadien) pro Blatt. Nach Erfahrungen aus anderen Kulturen bekämpft Milbeknock alle beweglichen Stadien der Milbe, indirekt auch die Eier. Es wirkt translaminar, d.h. es durchdringt das Blatt, so dass auch die auf der Blattunterseite sitzenden Spinnmilben erfasst werden.

Ist Milbeknock im Blatt aufgenommen, wird der Wirkstoff vor frühzeitigem Abbau geschützt und eine anhaltende Dauerwirkung erreicht. Die Kombination mit Ranman Top verbessert die Wirkung aufgrund des hervorragenden Netzmitteleffektes von Ranman Top.

Meine Empfehlung: 1,0 l/ha Milbeknock + 0,5 l/ha Ranman Top in 400 l/ha Wasser

Bild 1: typischer Randbefall mit Spinnmilben

Bild 2: Spinnmilben auf der Blattunterseite

Für individuelle Rückfragen und Empfehlungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Stefan Bauer
Telefon 0170 – 781 20 63
stefan.bauer@belchim.com