Kupferdüngung in Zuckerrüben:

Warum der Spurennährstoff jetzt wichtiger wird

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Die Düngung der Zuckerrübe beschränkt sich heute nicht mehr allein auf die Versorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium. Auch Spurennährstoffe leisten einen wichtigen Beitrag zur Ertragsbildung, Zuckerleistung und Bestandesgesundheit. Neben Bor rückt dabei zunehmend Kupfer in den Fokus.

Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Blattgesundheit sowie eines nachhaltigen Resistenzmanagements gewinnt die bedarfsgerechte Kupferversorgung an Bedeutung. Ziel ist es, vitale und leistungsfähige Bestände zu fördern und die Kultur von Beginn an optimal zu unterstützen.

Kupfer – ein wichtiger Baustein im Stoffwechsel der Zuckerrübe

Kupfer gehört zu den essenziellen Spurennährstoffen und ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Das Element spielt unter anderem eine Rolle bei der Photosynthese, der Aktivierung verschiedener Enzymsysteme, der Eiweißbildung sowie der Stabilität pflanzlicher Gewebe. Darüber hinaus ist Kupfer an Reaktionen beteiligt, mit denen Pflanzen auf biotischen und abiotischen Stress reagieren.

Obwohl der Bedarf vergleichsweise gering ist, können bereits leichte Versorgungsdefizite die Leistungsfähigkeit der Pflanzen beeinträchtigen. Problematisch kann die Kupferverfügbarkeit insbesondere auf leichten, sandigen oder humusreichen Böden sein. Auch hohe pH-Werte und bestimmte Standortbedingungen können die Aufnahme durch die Pflanze einschränken.

Für eine ausgewogene Nährstoffversorgung sollte die Kupferernährung deshalb im Rahmen der Düngeplanung berücksichtigt und gemeinsam mit Bodenuntersuchungen, Bestandesbeobachtungen und regionalen Empfehlungen bewertet werden.

Blattgesundheit bleibt ein Schlüsselfaktor im Zuckerrübenanbau

Neben der Nährstoffversorgung steht die Blattgesundheit im Mittelpunkt eines erfolgreichen Zuckerrübenanbaus. Besonders relevant sind hierbei die Blattkrankheiten Cercospora beticola, Ramularia beticola, Rübenrost und Echter Mehltau. Bisher nur auf wenigen Standorten sind Stemphylium Blattflecken zu finden.

Die regelmäßige Kontrolle der Bestände sowie die Nutzung regionaler Warndienste und Prognosemodelle ermöglichen eine fundierte Beurteilung des Krankheitsrisikos und unterstützen die Planung notwendiger Maßnahmen.

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Für die Saison 2026 wurde bisher keine Notfallzulassung für Funguran® progress in Zuckerrüben zur Bekämpfung von Cercospora beticola erteilt. Vor diesem Hintergrund gewinnen vorbeugende Maßnahmen und integrierte Strategien zur Gesunderhaltung der Bestände weiter an Bedeutung.

Kupfer als Bestandteil integrierter Anbaustrategien

Aus Versuchen und Beratungsempfehlungen geht hervor, dass eine frühzeitige Kupferversorgung zunehmend als sinnvoller Baustein einer integrierten Bestandesführung betrachtet wird. Ziel ist es, die Pflanzen bereits vor erhöhtem Krankheitsdruck bedarfsgerecht mit diesem wichtigen Spurenelement zu versorgen.

Insbesondere bei anfälligen Sorten wird regional diskutiert beziehungsweise empfohlen, die Kupferversorgung frühzeitig sicherzustellen, sobald sich ein früher Befallsbeginn von Blattkrankheiten abzeichnet. Dadurch sollen vitale Bestände erhalten, Stresssituationen reduziert und die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung verfügbarer Fungizidwirkstoffe geschaffen werden.

Ein Kupferdünger ersetzt dabei keine Fungizidmaßnahme, kann jedoch Teil eines umfassenden Nährstoff- und Blattgesundheitskonzeptes sein.

Kupferdüngung in der Praxis

Eine Kupferapplikation lässt sich in vielen Betrieben effizient in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Häufig erfolgt die Ausbringung gemeinsam mit Bor-Anwendungen oder späteren Pflanzenschutzmaßnahmen. Durch solche Tankmischungen können Überfahrten reduziert und Arbeitsgänge gebündelt werden. Voraussetzung sind stets die Beachtung der Anwendungsbestimmungen und die Prüfung der Mischbarkeit.

Für die Blattdüngung stehen unterschiedliche Kupferformulierungen zur Verfügung, die je nach betrieblicher Zielsetzung eingesetzt werden können.

Die im Folgenden genannten Produkte werden in Deutschland hergestellt und formuliert.

Questuran Mikroskopaufnahme

Reine Kupferversorgung

Questuran® Pro ist ein flüssiger Kupferdünger auf Basis von Kupferhydroxid und Kupferoxychlorid. Das Produkt enthält 400 g Kupfer je Liter und dient der gezielten Kupferversorgung landwirtschaftlicher Kulturen. Darüber hinaus ist es für den ökologischen Landbau in Deutschland gelistet.

Kupfer und Schwefel kombinieren

Questuran® Duo S kombiniert Kupfer und Schwefel in einer Anwendung. Die Formulierung enthält 100 g Kupfer und 500 g Schwefel je Liter. Das Produkt dient der Sicherstellung einer bedarfsgerechten Schwefel- und Kupferversorgung und kann als Blattdüngung in landwirtschaftlichen Kulturen eingesetzt werden.

Gerade bei Kulturen mit zusätzlichem Schwefelbedarf kann eine kombinierte Versorgung interessante Vorteile hinsichtlich der Nährstoffeffizienz bieten.

Kupfer, Mangan und Zink in einer Formulierung

Questuran® Trio ergänzt die Kupferversorgung um die Spurennährstoffe Mangan und Zink. Das Produkt enthält 400 g Kupfer, 40 g Mangan und 30 g Zink je Liter und dient der Versorgung der Pflanzen mit diesen drei Spurennährstoffen.

Insbesondere auf Standorten oder in Situationen, in denen mehrere Spurennährstoffe berücksichtigt werden sollen, kann eine solche Kombinationslösung eine interessante Option darstellen.

Spurennährstoffe ganzheitlich betrachten

Traditionell steht im Zuckerrübenanbau häufig die Borversorgung im Vordergrund. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus Praxis und Beratung, dass eine ausgewogene Versorgung mit weiteren Spurennährstoffen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Kupfer, Mangan und Zink übernehmen wichtige Funktionen im pflanzlichen Stoffwechsel und sollten daher nicht isoliert betrachtet werden.

Eine bedarfsgerechte Blattdüngung kann dazu beitragen, Nährstoffengpässe während der Vegetation zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit der Bestände zu unterstützen.

Dabei gilt jedoch stets: Grundlage jeder Maßnahme sollte der tatsächliche Nährstoffbedarf des Standortes und der Kultur sein.

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Fazit

Kupfer ist zwar nur in geringen Mengen erforderlich, besitzt für die Entwicklung leistungsfähiger Zuckerrübenbestände jedoch eine wichtige Bedeutung. Die aktuelle Entwicklung im Blattkrankheitsmanagement und die steigenden Anforderungen an die Bestandesführung rücken den Spurennährstoff zusätzlich in den Fokus.

Für Landwirte und Berater empfiehlt es sich daher, die Kupferversorgung frühzeitig in das Nährstoffmanagement einzubeziehen. In Kombination mit regelmäßigen Bestandeskontrollen, Bodenuntersuchungen und regionalen Warndienstinformationen lässt sich die Versorgung gezielt an die jeweiligen Standort- und Bestandesbedingungen anpassen.

Eine ausgewogene Kupferernährung kann so einen wichtigen Beitrag zu gesunden, widerstandsfähigen und leistungsfähigen Zuckerrübenbeständen leisten.