Kohlrübenblattwespe im Winterraps:

Schadbild erkennen und rechtzeitig handeln

Die Kohlrübenblattwespe (Athalia rosae), auch als Rübsenblattwespe bekannt, tritt normalerweise vor allem in Kreuzblütlern wie Rettich, Kohl oder Radieschen auf. Unter günstigen Witterungsbedingungen kann sie jedoch auch im Winterraps zu einem bedeutenden Schädling werden. Besonders im Herbst können die Larven erhebliche Fraßschäden an jungen Rapspflanzen verursachen.

Woran erkennt man einen Befall?

Ein erster Hinweis auf das Auftreten der Kohlrübenblattwespe können die erwachsenen Tiere in Gelbschalen sein. Die Wespen sind etwa 6 bis 8 mm groß, besitzen einen orange-gelben Körper mit schwarzem Kopf und Brustbereich sowie durchsichtige Flügel mit dunkler Umrandung.

Für den wirtschaftlichen Schaden sind jedoch nicht die erwachsenen Tiere verantwortlich, sondern die Larven. Diese können je nach Entwicklungsstadium grünlich, gräulich oder schwarz gefärbt sein und erreichen eine Länge von bis zu 18 mm. Charakteristisch ist ihre hohe Anzahl an Beinpaaren, wodurch sie sich deutlich von vielen anderen Rapsschädlingen unterscheiden.

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Kohlrübenblattwespen in der Gelbschale

Typisches Schadbild an Rapspflanzen

Die Larven verursachen auffällige Fraßschäden an den jungen Rapsblättern. Dabei werden sowohl die Blattränder als auch die Blattflächen zwischen den Blattadern (Interkostalfelder) angefressen. Das Schadbild erinnert häufig an „Schweizer Käse“, da zahlreiche Löcher im Blattgewebe entstehen.

Im Unterschied zum Rapserdfloh wirken die Fraßstellen häufig eher abgefressen als ausgestanzt. Besonders bei jungen Pflanzen können starke Fraßschäden die Bestandesentwicklung beeinträchtigen.

Entwicklung und Lebenszyklus

Die Weibchen legen ihre Eier an den Blättern der Wirtspflanzen ab. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven und fressen mehrere Wochen an den Pflanzen. Anschließend erfolgt die Verpuppung im Boden. Unter normalen Bedingungen treten zwei Generationen pro Jahr auf. Warme und trockene Witterung kann jedoch die Entwicklung einer dritten Generation ermöglichen. Diese Larven schlüpfen häufig Ende August oder Anfang September und treffen auf junge Winterrapsbestände.

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„Käseloch“-Fraßschaden der Larven

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Die Rapserdfloh-Käfer verursachen Lochfraß an den Blättern.

Bestandskontrolle im Herbst

Regelmäßige Feldkontrollen sind insbesondere nach dem Auflaufen des Rapses wichtig. Neben der Kontrolle von Gelbschalen sollten die Pflanzen direkt im Bestand auf Fraßschäden und Larven untersucht werden. Da sich die Larven häufig an der Blattunterseite aufhalten, empfiehlt sich ein genaues Betrachten der Pflanzen.

Besonders nach längeren warmen und trockenen Wetterphasen kann das Risiko eines Befalls erhöht sein.

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Bekämpfung der Kohlrübenblattwespe

Eine Bekämpfung ist nicht bei jedem Auftreten erforderlich. Als Bekämpfungsrichtwert gilt eine Larve pro Pflanze. Erst wenn dieser Schwellenwert überschritten wird, sollte über eine Insektizidmaßnahme nachgedacht werden.

Die Larven nehmen Wirkstoffe beim Blattfraß aktiv auf. Deshalb können zugelassene Pyrethroide gegen beißende Insekten beziehungsweise gegen Rübsenblattwespen wirksam eingesetzt werden. Die Fraßtätigkeit der Larven begünstigt dabei die Wirkung der Behandlung.

Unsere Empfehlung:

Sumicidin®Alpha EC 0,25L/ha nach Erreichen von Schwellenwerten bzw. nach Warndienstaufruf.

Fazit

Die Kohlrübenblattwespe ist zwar kein jährlich auftretender Hauptschädling im Winterraps, kann jedoch unter günstigen Witterungsbedingungen erhebliche Schäden verursachen. Entscheidend sind regelmäßige Bestandskontrollen, das sichere Erkennen des charakteristischen Schadbildes sowie die Orientierung am Bekämpfungsrichtwert. So lassen sich unnötige Behandlungen vermeiden und gefährdete Bestände gezielt schützen.