Rapserdfloh: Jetzt Gelbschalen kontrollieren!
Der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala) zählt zu den wichtigsten Herbstschädlingen im Winterraps. Besonders junge Bestände können durch den Käfer und seine Larven geschädigt werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Bestände und eine frühzeitige Befallsüberwachung sind deshalb entscheidend, um wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.

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Biologie des Rapserdflohs
Der Rapserdfloh gehört trotz seines Namens nicht zu den Flöhen, sondern zu den Blattkäfern. Die erwachsenen Käfer schlüpfen bereits im Juni und Juli, ernähren sich zunächst an Altrapsbeständen und ziehen sich anschließend in geschützte Bereiche wie Hecken, Waldränder oder Laubstreu zurück. Im Spätsommer und Herbst wandern sie in neu aufgelaufene Rapsbestände ein.
Nach einer Phase des Reifungsfraßes legen die Weibchen ihre Eier in den Boden nahe der Rapspflanzen ab. Die Entwicklung der Eier und Larven wird maßgeblich durch die Witterung beeinflusst. Milde Herbsttemperaturen begünstigen eine schnelle Entwicklung, während Temperaturen unter 6 °C die Entwicklung verzögern können.
So erkennen Sie den Rapserdfloh

Der Rapserdfloh befällt junge Rapspflanzen ab dem Auflaufen.

Die Rapserdfloh-Larven schädigen Blattstiele und Vegetationskegel.
Typische Schadbilder
Der Befall durch den Rapserdfloh lässt sich häufig zunächst anhand der Fraßschäden erkennen. Die erwachsenen Käfer verursachen charakteristische kleine, trichterförmige Löcher in den Blättern junger Rapspflanzen. Bei vitalen Beständen sind diese Schäden oftmals weniger problematisch. Kritischer wird es bei geschwächten Pflanzen oder ungünstigen Auflaufbedingungen.
Die größere Gefahr geht meist von den Larven aus. Nach dem Schlupf bohren sie sich zunächst in die Blattstiele und später in die Stängel. Dadurch können Fraßgänge entstehen, die das Pflanzengewebe schwächen und Eintrittspforten für Krankheitserreger schaffen. Zudem steigt das Risiko für Frostschäden und Auswinterung. In schweren Fällen können die Larven bis zum Vegetationskegel vordringen, was zum Absterben der Pflanze führen kann.

Fraßschaden von Rapserdfloh.
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Fraßschaden von Rapserdfloh.
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Bestände regelmäßig kontrollieren
Eine konsequente Überwachung der Bestände beginnt unmittelbar nach dem Auflaufen des Rapses. Zur Befallskontrolle werden Gelbschalen eingesetzt, die den Zuflug der Käfer erfassen. Parallel dazu sollten die Pflanzen regelmäßig auf Fraßschäden und Larvenbefall kontrolliert werden. Beide Methoden ergänzen sich und ermöglichen eine fundierte Befallseinschätzung.

Gelbschale. Quelle: R. Semken
Schadschwellen beachten
Für die Entscheidung über mögliche Bekämpfungsmaßnahmen sind die wirtschaftlichen Schadschwellen maßgeblich. Eine Bekämpfung kann erforderlich werden bei:
An den Pflanzen:
- mehr als 10 % Lochfraß an den Blättern,
- drei Larven je Pflanze in schwachen Beständen,
- fünf Larven je Pflanze in normal entwickelten Beständen.
In der Gelbschale:
- 1. bis 20. September: mehr als 75 Käfer innerhalb von drei Wochen
- 20. September bis 31. Oktober: mehr als 50 Käfer innerhalb von zehn Tagen
Die Gelbschale zeigt den Zuflug, nicht automatisch den Bekämpfungsbedarf. Eine Kombination aus Gelbschalenkontrolle, Pflanzenbonitur und Abgleich mit den Schadschwellen ist notwendig, um fachlich und wirtschaftlich richtige Entscheidungen zu treffen.
Vorbeugung und Bekämpfung
Gut entwickelte und gleichmäßig aufgelaufene Rapspflanzen können einen Befall besser kompensieren. Deshalb bilden optimale Saatbedingungen und eine ausgewogene Nährstoffversorgung die Grundlage für vitale Bestände. Dennoch kann auch unter günstigen Bedingungen ein wirtschaftlich relevanter Befall auftreten.
Werden die Schadschwellen überschritten bzw. erfolgt ein Warndienstaufruf Insektizidmaßnahmen gegen die Käfer beziehungsweise frühe Larvenstadien notwendig werden. Entscheidend für einen erfolgreichen Bekämpfungserfolg ist der richtige Anwendungszeitpunkt. Die Behandlung sollte möglichst vor der Eiablage erfolgen, jedoch erst nachdem der wesentliche Käferzuflug abgeschlossen ist.
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Fazit
Der Rapserdfloh ist ein regelmäßiger Herbstschädling im Winterraps. Während der Blattfraß der Käfer meist nur begrenzte Auswirkungen hat, können die Larven erhebliche Schäden an Blattstielen, Stängeln und dem Vegetationskegel verursachen. Eine frühzeitige Überwachung mit Gelbschalen und regelmäßige Feldkontrollen sind die Grundlage für ein erfolgreiches Befallsmanagement. So lassen sich wirtschaftliche Schäden vermeiden und die Entwicklung der Rapspflanzen im Herbst absichern.

